Search toggle
Choose your language.
Rechercher
SPHERE. Rue François-Versonnex 7, 1207 Geneva, Switzerland
+41225661732

„Wir bieten den GFI nun kurze Schulungen an, die auf ihre operative Praxis zugeschnitten sind.“

Interview
Mathias Baitan
Geschäftsführer
Institut Supérieur de Formation Bancaire (ISFB)
Von Jérôme Sicard, Chefredaktor, SPHERE
ISFB x SPHERE

 

Das ISFB und SPHERE schliessen sich zusammen, um unabhängigen Vermögensverwaltern kurze, zielgerichtete und direkt in ihrem Berufsalltag anwendbare Schulungen anzubieten. Diese Partnerschaft markiert einen neuen Meilenstein in der Strategie des ISFB, das damit seinen Wirkungsbereich erweitert und sein Engagement gegenüber den wichtigsten Akteuren des Westschweizer Finanzplatzes verstärkt – mit einem gemeinsamen Ziel: sie beim Ausbau ihrer Kompetenzen zu unterstützen.

Mathias Baitan

Welche Logik steckt hinter der kürzlich angekündigten Zusammenarbeit zwischen dem ISFB und Sphere?
Das ISFB ist ein Berufsverband, der sich ausschliesslich mit dem Bank- und Finanzsektor in der Westschweiz befasst. Seit fast vierzig Jahren begleiten wir den Kompetenzaufbau einer Vielzahl von Finanzinstituten, mit denen wir im Laufe der Zeit echte Vertrauensbeziehungen aufgebaut haben. Zufälligerweise verbindet das SIWF und SPHERE das gemeinsame Bestreben, unabhängige Vermögensverwalter bei der Entwicklung ihrer Kompetenzen zu unterstützen, damit sie sich besser an ein immer komplexeres Umfeld anpassen können. Die Verpflichtung, die das SIWF mit SPHERE eingeht, besteht darin, unabhängigen Vermögensverwaltern ein spezifisches, kurzes und pragmatisches Weiterbildungsprogramm zu bieten, das die bestehenden Angebote ergänzt.

Welche strategische Richtung wollten Sie dem ISFB in den letzten Jahren geben?
Anfang 2023 Wir haben das Institut neu positioniert, um es zu einem Schlüsselakteur für die Förderung von Kompetenzen und Beschäftigungsfähigkeit in der Bank- und Finanzbranche zu machen. Wir stellen uns damit in den Dienst der Mitgliedsinstitute des ISFB oder von Berufstätigen, die sich auf ihrem Weg weiterentwickeln oder neu orientieren müssen. Dies hat sich konkret in der Neugestaltung unseres Angebots, der Stärkung unserer akademischen und institutionellen Partnerschaften und einer selbstbewussten Öffnung gegenüber den neuen Berufen der Branche niedergeschlagen.

Was waren die markantesten Entwicklungen für das ISFB, seit Sie dessen Leitung übernommen haben?
Zu den markanten Entwicklungen zähle ich zunächst die strategische Neupositionierung, die das ISFB im Jahr 2023 eingeleitet hat. Sie führte zur Lancierung neuer Fachausbildungen: Risikomanagement und interne Kontrolle, Datenmanagement, Stabs- und Unterstützungsfunktionen, Risk Governance für Verwaltungsräte oder Management und Anpassungsfähigkeit. Wir haben auch ein umfassendes Angebot an HR-Dienstleistungen für kleinere Strukturen strukturiert: Verwaltung von Schulungsanfragen, Assessment, Coaching, Kompetenzbilanzen, Outplacement und Rekrutierung.
Eine weitere wichtige Entwicklung ist die Einrichtung eines wissenschaftlichen Ausschusses, der sich aus Programmdirektoren und -direktorinnen zusammensetzt, die alle erfahrene Führungskräfte in Finanzinstituten sind. Ihre direkte Kenntnis der Praxis ermöglicht es uns, unser Angebot kontinuierlich und mit grosser Relevanz anzupassen.
Schliesslich haben wir unsere Prozesse und Managementinstrumente konsolidiert, um den Standards der Weiterbildungsbranche wie EduQua: 2021, ISO und SAQ zu entsprechen.

Was sind Ihrer Meinung nach heute die grössten Herausforderungen für die Aus- und Weiterbildung im Finanzsektor?
Was das Kompetenzmanagement angeht, steht der Finanzsektor vor einem dreifachen Spannungsfeld: regulatorischer, technologischer und generationsbedingter Art. Diese Umwälzungen erfordern einen kontinuierlichen Kompetenzaufbau, eine Stärkung der Soft Skills sowie die Fähigkeit, sich ständig neu zu erfinden. Bildung war schon immer ein strategischer Wettbewerbsfaktor - und wird es auch bleiben -, aber das wird heute noch deutlicher.

Wie hat das ISFB sein Angebot strukturiert, um sich an die neuen Bedürfnisse des Marktes anzupassen?
Es wurde um vier Achsen herum strukturiert. In der ersten die Weiterbildung, die zum Erwerb eines Spezialisierungstitels führt. Zweitens die Vorbereitung auf schweizerische und internationale Zertifizierungen, insbesondere SAQ, das zum Marktstandard im Bereich der Beratung geworden ist. Drittens: Unterstützung der Karriereentwicklung und des Talentmanagements. Und viertens die Verbreitung des beruflichen Netzwerks durch die Moderation von Konferenzen und die Durchführung von Umfragen.
Diese integrierte Logik ermöglicht es uns, sowohl auf die Bedürfnisse der Institute als auch auf die der Einzelpersonen einzugehen. Wir kombinieren bankübergreifende und maßgeschneiderte Schulungen, Präsenz- und Fernunterricht, technische und verhaltensorientierte Ansätze.
Was ist unser Mehrwert? Eine genaue Kenntnis des Marktes, die Fähigkeit, sich schnell anzupassen, und die ständige Nähe zu unseren Mitgliedern.

Warum das besondere Interesse an unabhängigen Vermögensverwaltern?
Seit 2025 hat das SIWF seine Mitgliedschaft auf unabhängige Vermögensverwalter ausgeweitet. Wir wollen nämlich die Vielfalt der Akteure, die den Westschweizer Finanzplatz bilden, vollumfänglich widerspiegeln. Dieses Interesse ist Teil unseres erweiterten Auftrags, Dienstleistungen für das Banken- und Finanzökosystem zu erbringen. Das ISFB bietet ihnen seit langem Zertifizierungen für hochkarätige Spezialisierungen, in jüngerer Zeit eine massgeschneiderte HR-Betreuung, um ihre Talente anzuziehen und zu binden, und nunmehr einen privilegierten Zugang zu kurzen, in ihrer operativen Praxis verankerten Ausbildungen in Verbindung mit der Partnerschaft SPHERE-ISFB.

Wenn Sie eine Kompetenzbilanz für sie erstellen müssten, wie würde diese aussehen?
Wir wollen diese Bilanz nicht für sie erstellen. Führungskräfte wissen am besten, wo sie stehen und was sie brauchen. Unsere Aufgabe besteht vielmehr darin, sie bei ihren eigenen Überlegungen zu dem spezifischen Thema der Kompetenzentwicklung in ihrer Organisation zu unterstützen. Dazu stellen wir ihnen Methoden und eine externe Sichtweise zur Verfügung, die auf einer umfassenden Kenntnis der Praktiken anderer Akteure in der Branche, einer Vielzahl von HR-Tools und einem sehr großen Netzwerk von Fachleuten beruhen. Wir helfen ihnen, Entwicklungsmöglichkeiten zu identifizieren, ohne dabei eine vorschreibende Haltung einzunehmen.

Welche spezifischen Bedürfnisse haben sie laut Ihren Rückmeldungen?
Die Gespräche, die wir mit unabhängigen Geschäftsführern führen, zeigen sehr konkrete Bedürfnisse auf. Sie wollen in einem komplexen regulatorischen Umfeld auf dem Laufenden bleiben, ihre Entwicklung strukturieren, ohne ihre unternehmerische Agilität aufzugeben, und gleichzeitig die Kontrolle über ihre Kosten behalten. Sie erwähnen auch häufig das Bedürfnis, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und Zugang zu gezielten, kurzen und sofort nützlichen Betreuungsformaten zu haben.

Wohin möchten Sie das ISFB langfristig führen?
Langfristig möchte ich, dass das ISFB seine Aufgabe als kollektive Marke im Dienste des gesamten Banken- und Finanzsektors in der Westschweiz vollumfänglich wahrnimmt. Wir werden daher unser Engagement für eine strukturierte, anerkannte und wirklich mit den Bedürfnissen der Praxis verbundene Kompetenzentwicklung fortsetzen.
Wir müssen weiterhin innovativ sein, unsere Rolle als Katalysator zwischen Institutionen, Experten und Talenten stärken und einen anspruchsvollen Ansatz verteidigen, der auf lokaler Verankerung, Schweizer Qualität und Nähe beruht.
Das ISFB soll mehr als ein Institut sein, nämlich ein zuverlässiger Bezugspunkt für Kompetenzen, ein Beschleuniger für berufliche Laufbahnen und ein strategischer Akteur innerhalb des Westschweizer Finanzökosystems, in Synergie mit den Wirtschaftsverbänden, den Westschweizer Universitäten und Hochschulen sowie den öffentlichen Partnern.

Biografie

Mathias Baitan

Institut Supérieur de Formation Bancaire (ISFB)

Mathias Baitan leitet das ISFB seit Ende 2022. Zuvor war er über 20 Jahre lang bei der BCGE als Personalverantwortlicher, Stabschef des CEO und Leiter der Verwaltung tätig, parallel dazu als Dozent an der Haute Ecole de Gestion de Genève. Er verfügt über einen Doktortitel in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Genf, einen Master in Betriebswirtschaft, einen Bachelor in Psychologie sowie das eidgenössische Diplom als Personalchef.

Teilen