Seit mehr als dreissig Jahren konzentriert sich WHVP auf die Betreuung amerikanischer Kunden – in einem vollständig regelkonformen Rahmen. Internationale Diversifikation, Offshore-Vermögensverwaltung und digitale Kundengewinnung: Urs Droese erläutert die Erwartungen dieser Investoren und die Grundlagen einer Positionierung, die aus einem Nischenmarkt einen echten Wachstumstreiber gemacht hat.
Was erklärt die starke Ausrichtung von WHVP auf Kunden mit Sitz in den USA?
Diese Ausrichtung geht auf die Ursprünge des Unternehmens zurück. Bereits in den 1980er-Jahren leitete einer unserer Gründer das US-Desk einer Schweizer Privatbank in Zürich. Als das Unternehmen 1991 gegründet wurde, bestand die Idee darin, diese Expertise weiter auszubauen. Über mehr als drei Jahrzehnte haben wir deshalb ein hohes Mass an Spezialisierung in der Betreuung amerikanischer Kunden entwickelt. Für uns war es immer sinnvoll, uns auf eine solche Nische zu konzentrieren. Dadurch konnten wir selbstverständlich ein sehr gutes Verständnis für die Kultur und die Erwartungen dieser Kundengruppe aufbauen.
Was sind die wichtigsten Beweggründe amerikanischer Kunden, wenn sie mit einem unabhängigen Vermögensverwalter in der Schweiz zusammenarbeiten?
Dafür gibt es mehrere Gründe. Zunächst ermöglicht uns unsere Registrierung bei der SEC, amerikanischen Kunden eine regelkonforme Lösung für die internationale Vermögensverwaltung anzubieten. Über den regulatorischen Rahmen hinaus steht die Schweiz in ihren Augen weiterhin für Stabilität, starke Institutionen und eine vertrauenswürdige Jurisdiktion im Bereich der Vermögenserhaltung.
In den vergangenen Jahren haben geopolitische Unsicherheiten die Attraktivität der Schweiz zusätzlich gestärkt. Der Ruf des Schweizer Finanzplatzes macht das Land für internationale Kunden besonders interessant. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Währungsdiversifikation. Viele amerikanische Kunden werden sich zunehmend der langfristigen Abwertung des US-Dollars bewusst, während der Schweizer Franken in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit gezeigt hat.
Wie positionieren Sie WHVP, um diese amerikanische Kundschaft zu gewinnen und zu betreuen?
Wir haben unsere Infrastruktur gezielt auf diese Nische ausgerichtet – sowohl auf operativer als auch auf regulatorischer Ebene. Wir sind in der Schweiz bewilligt und in den USA bei der SEC registriert. Das bedeutet, dass wir die Regeln und Anforderungen für US-Personen umfassend beherrschen.
Parallel dazu haben wir unsere digitale Marketingstrategie ab 2020 stark ausgebaut. Heute produzieren wir regelmässig Podcasts, YouTube-Videos, Newsletter und edukative Inhalte. Ziel ist es, Kunden bei ihrer Auseinandersetzung mit Offshore-Vermögensverwaltung und internationalen Diversifikationsstrategien zu begleiten. Gleichzeitig haben wir ein Netzwerk von Partnern in der Schweiz und in den USA aufgebaut, insbesondere in den Bereichen Steuerreporting, Nachfolgeplanung und Vermögensschutz.
Haben amerikanische Kunden andere Erwartungen als europäische oder Schweizer Kunden?
Bis zu einem gewissen Grad ja. Sie verfolgen in der Regel einen opportunistischeren Ansatz und zeigen eine höhere Bereitschaft, Risiken einzugehen. Sie zögern nicht, eine Beziehung aus der Distanz aufzubauen, ohne dass zu Beginn zwingend ein persönliches Treffen erforderlich ist. Zudem sind sie sehr offen für digitale Kommunikation und Online-Interaktionen.
Wenn sie mit der Erfahrung zufrieden sind, empfehlen sie einen Anbieter meist eher an ihr persönliches Umfeld weiter. Ein weiterer interessanter Aspekt ist die grössere Offenheit amerikanischer Kunden gegenüber jüngeren Teams. Sie schätzen Energie, Dynamik und unternehmerischen Geist, bleiben aber gleichzeitig den Werten Diskretion und Stabilität verbunden, für die die Schweiz bekannt ist.
Wie haben Sie Ihre Marketingstrategie aufgebaut, um diese amerikanischen Investoren zu erreichen?
Unsere Strategie basiert auf Kontinuität und Authentizität. Wir haben früh verstanden, dass Content Marketing nur mit einem langfristigen Engagement funktioniert. Heute publizieren wir praktisch täglich – sei es in Form von Kurzvideos, Podcasts, Blogbeiträgen oder Marktanalysen.
Zu Beginn brachte diese Strategie nur sehr begrenzte Resultate. Nach mehreren Jahren kontinuierlicher Arbeit konnten wir jedoch zwischen Ende 2024 und Anfang 2025 einen deutlichen Anstieg unserer Sichtbarkeit sowie eine Zunahme eingehender Anfragen beobachten. Gleichzeitig ergänzt das digitale Marketing unser Partnernetzwerk. In der Vermögensverwaltung entsteht Vertrauen Schritt für Schritt – durch wiederholte Interaktionen und eine kontinuierliche Präsenz.
Welche Kanäle waren bisher am erfolgreichsten?
YouTube war für uns eindeutig einer der erfolgreichsten Kanäle. Es spielt eine zentrale Rolle entlang der Customer Journey. Viele Interessenten entdecken uns zunächst über ein Video oder einen Blogartikel und kontaktieren uns erst mehrere Monate später.
Zum Zeitpunkt der Kontaktaufnahme haben sie bereits ein gutes Verständnis davon, wer wir sind und wie wir denken und kommunizieren. Diese Vertrautheit beschleunigt den Onboarding-Prozess erheblich. Heute zählt WHVP mehrere Tausend Newsletter-Abonnenten und mehr als 500’000 kumulierte Aufrufe auf dem YouTube-Kanal.
Welche Kundensegmente sprechen Sie in den USA besonders an?
Wir fokussieren uns hauptsächlich auf das Segment der «Millionaire Next Door». Diese Kunden haben bereits Vermögen aufgebaut und suchen internationale Diversifikation sowie Zugang zu Investmentmöglichkeiten ausserhalb der USA.
Das vergleichsweise junge Profil unseres Teams schafft zudem eine natürliche Nähe zu Unternehmern und Investoren der neuen Generation. Für uns entsteht Glaubwürdigkeit jedoch vor allem dadurch, dass sich diese Positionierung tatsächlich in unserer Organisation und unserer Arbeitsweise widerspiegelt. Sie ist nicht nur Teil der Kommunikation.
Was ist grundsätzlich Ihr Value Proposition?
Unser wichtigster Differenzierungsfaktor ist die Spezialisierung. Wir gehören zu den wenigen unabhängigen Schweizer Vermögensverwaltern, die amerikanische Kunden vollständig regelkonform begleiten können.
Wir bieten zudem einen echten internationalen Investmentansatz. Für viele amerikanische Kunden bauen wir bewusst Portfolios mit einer geringeren Allokation in US-Anlagen und einer stärkeren Gewichtung der Schweiz, Europas und anderer internationaler Märkte auf, um eine substanzielle Diversifikation zu erreichen.
Schliesslich bleibt die Unabhängigkeit ein zentraler Bestandteil unseres Modells. Wir vertreiben keine eigenen Produkte und achten darauf, Interessenkonflikte so weit wie möglich zu vermeiden.
Was sind die wichtigsten Herausforderungen bei der Betreuung amerikanischer Kunden?
Die Regulierung ist eindeutig eine Herausforderung. Wir arbeiten zwischen zwei Jurisdiktionen – der Schweiz und den USA. Die regulatorischen Rahmenbedingungen sind nicht immer vollständig aufeinander abgestimmt. Die Compliance-Anforderungen sind daher deutlich höher. Auch das amerikanische Steuersystem ist sehr komplex, was ein hohes Mass an Expertise sowie eine enge Zusammenarbeit mit externen Spezialisten erfordert.
Daneben gibt es operative Herausforderungen, insbesondere im Zusammenhang mit Zeitzonen und der Komplexität amerikanischer Vermögensstrukturen wie Trusts, LLCs oder Vorsorgestrukturen. Dieses Marktsegment erfolgreich zu betreuen erfordert eine ausgeprägte Spezialisierung und ein langf